Steffi und Caroline über ihre Beschäftigung beim "Grünen Wagen". Derzeit blühen in der Gärtnerei der Diakonie Plauedie Alpenveilchen. (Foto von Margitta Rosenbaum)
Der Sonntag 08.01.2012
Beim "Grünen Wagen" in Weischlitz finden psychisch kranke Menschen eine Aufgabe
Steffi und Caroline strahlen, wenn man sie nach ihrer Arbeit fragt. Sie sind beim "Grünen Wagen" in der Gärtnerei in Weischlitz beschäftigt. "Es ist schön, eine Beschäftigung zu haben und nicht allein zu Hause zu sitzen", sagt Caroline. Seit zwei Jahren arbeitet sie hier. Sie ist hauptsächlich mit den Pflanzen beschäftigt. Steffi ist schon seit zehn Jahren dabei. Ihre Hauptaufgabe ist der Verkauf in Stand auf dem Markt.
Sie sind zwei von 25 Menschen mit einem Handicap, die bei diesem Integrationsprojekt der Diakonie Plauen eine Beschäftigung gefunden haben. Die meisten sind psychisch Krank. " F wir sind ein Zuverdienstbetrieb", erklärt Projektleiterin Margitta Bischof. Wir arbeiten Menschen, die sonst zwischen den Stühlen sitzen. Für die geschützte Werkstatt sind sie zu fit. Aber in der freien Wirtschaft können sie nicht bestehen, weiß Margitta Bischof. Einige arbeiten muss drei Stunden pro Woche, andre drei bis vier Tagen. Ihre Arbeitszeit ist variabel und wird individuell angepasst. Die Wertschätzung, die Sie hier bekommen, ist für alle viel wichtiger als der Verdienst. Wir können Sie sich mit anderen Betroffenen austauschen und jeder nimmt auf den Anteilrücksicht. Man schätzt die Möglichkeiten, am Arbeitsleben teilzuhaben, ohne voll belastbar zu sein. Einige haben von hier aus den Wiedereinstieg in den Job geschafft. Andere sind erwerbsunfähig und beziehen eine Rente.
In Sachsen gibt es nur sehr wenige solcher Angebote. Darum wurde der "Grüne Wagen" vom Sozialpsychatrieschen Dienst des Vogtlandkreises ins Leben gerufen. Seit 2001 betreibt Diakonie Plauen das Projekt, das in einer stillgelegten Gärtnerei entstand. Auf rund 2000 Quadratmetern Gewächshausfläche werden hier Zier- und Nutzpflanzen gezogen und vermarktet. Vieles wird direkt vor Ort verkauft. Zusätzlich ist der "Grüne Wagen" auf den Märkten der Region präsent.
Vor zwei Jahren wurde das Angebot um Dienstleistungen im Bereich Landschaftspflege erweitert. Eine Gruppe pflegt Garten, kümmert sich um den Rasen und beschneidet Gehölze für Firmen und Privatpersonen. In der Gärtnerei werben Balkonkästen bepflanzt, es entsteht Trauer- oder Weihnachtsfloristik. Unter den Gewächshausdächern werden Pflanzen produziert. Momentan blühen hier die Alpenveilchen - soweit das Auge blickt - und nebenan Strecken Primeln ihrer ersten Blüten ins Licht. Aus dem gedeiht hier viel Gemüse für den Verkauf. Im letzten Sommer oben 4 1/2 Tonnen Tomaten verkauft.
"Inzwischen erwirtschaftet der Betrieb mehr als anfangs gedacht. Ohne Fördermittel jedoch ist es sehr schwer, sich zu erhalten", erklärt Margit abgeschafft, die Gartenbau und Sozialemanagement studiert hat. Sie ist froh über die Unterstützung durch die Diakonie Plauen und über die Möglichkeit, Hoffnung zugeben. (Margitta Rosenbauer)
