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Diakonie mit Gleisanschluss: Verein baut alten Bahnhof aus
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Diakonie mit Gleisanschluss: Verein baut alten Bahnhof aus

Nur noch ab und zu hält am Mühltroffer Bahnhof ein Zug. Nämlich dann, wenn der Wisentatalbahn-Verein Sonderfahrten organisiert. - Foto: Ellen Liebner

Freie Presse 14.01.2012

Farbtupfer am Straßenrand: Das alte Mühltroffer Bahnhofsgebäude hat einen neuen Besitzer und damit eine neue Zukunft.

Von Thomas Stranz

Mühltroff - In das frühere und seit Jahren leer stehende Mühltroffer Bahnhofsgebäude soll wieder Leben einziehen. Nicht aber, weil dort ab sofort regelmäßig Züge abfahren und ankommen, sondern weil die Diakonie - Stadtmission Plauen - die Immobilie mittlerweile gekauft hat.

"Wir wollen in dem Bahnhofsgebäude unser Büro und auch Aufenthaltsräume einrichten"

Karl Hermann Schorn Diakonie

Der Sozialverein betreibt in der Mühltroffer Bahnhofstraße schon länger eine Außenstelle für das Betreute Wohnen. Allerdings fehlt es dort an Platz. "Wir wollen in dem Bahnhofsgebäude jetzt unser Büro und auch Aufenthaltsräume einrichten", sagt der Mühltroffer Diakonie-Chef Karl Hermann Schorn. Ein sich direkt an das Gebäude anschließender früherer Güterschuppen wird bereits als Möbellager genutzt. Die Fassade hat teils frische Farbe bekommen, gegenwertig werden marode Fußböden und die Installation erneuert.

Rund 10.000 Euro will die Diakonie bis zum Sommer in die Modernisierung des Gebäudes stecken, das dann doch wieder etwas mit der Eisenbahn zu tun bekommt. Schorn ist nämlich zugleich im Vorstand der Wisentatalbahn - jenem Mühltroffer Verein also, der sich den Erhalt der 1887 in Betrieb genommenen Strecke zwischen Schönberg und Schleiz auf die Fahne geschrieben hat. Dazu zählt der Bahnhof in Mühltroff. Auch wenn der Bahnsteig noch vorhanden ist, das Stationsschild tapfer Wind und Wetter trotzt, reguläre Züge fahren seit Ende 2008 dort nicht mehr. Zu wenig Fahrgäste und damit unrentabel, befanden Verkehrspolitiker in Sachsen und Thüringen. Lediglich einen sogenannten Gelegenheitsverkehr mit dem Traditionstriebwagen Ferkeltaxi gibt es noch - organisiert vom Wisentatalbahn-Verein.

Dessen gut 50 Mitgliedern ist es im Dezember gelungen, eine Fahrt bis ins thüringische Schleiz durchzuführen. Und zwar auf einer Strecke, die zuvor erst mit großem Aufwand wieder fahrtauglich gemacht werden musste. Für 2012 sind 18 solche touristische Touren geplant.

Schon deshalb will es Schorn nicht ausschließen, dass im Bahnhofsgebäude demnächst eine Ausstellung zur regionalen Eisenbahngeschichte gezeigt wird: "Unterm Dach hätten wir dafür jedenfalls noch Platz." Erhalten bleiben soll auch der Zuschnitt der Räume - also Warteraum samt Fahrkartenschalter. "Das macht ja den besondern Reiz aus", ist Eisenbahnfreund Schorn überzeugt. Wer Lust hat, sich das Gebäude wieder einmal von innen anzusehen, in Erinnerungen zu schwelgen, ist als Gast herzlich willkommen, lädt Schorn ein.